Unterrichtsziele

Uwe Heilmann gehört zusammen mit Thomas Hampson, Renée Fleming, Matthias Goerne und anderen zu den berühmten Sängern, die sich bei Elisabeth Schwarzkopf perfektionieren ließen.

Als einer der wenigen Lehrer weltweit gibt er in seinem Unterricht die Ideale Elisabeth Schwarzkopfs authentisch und auf höchstem Niveau weiter, da sie immer mehr in Vergessenheit zu geraten drohen, oder häufig missverstanden und fehlinterpretiert werden:

Das Streben nach einem perfekten Legato, das Singen in der Kopfstimme, die Tragfähigkeit und die Klangfarben einer Stimme in ihrer optimalen Resonanz, der bedingungslose Wille zur Klarheit der Artikulation und Genauigkeit der Phrasierung, die Suche nach einer kompletten, intensiven Durchdringung von Wort und Musik im Dienste des Komponisten, nach Werktreue- vor allem aber das niemals endende Streben nach künstlerischer Authentizität und Vervollkommnung.

Dietrich Fischer-Dieskau sagte in einem Interview mit der Zeitschrift „Crescendo“ (Zitat):Unterricht 2_2012

„Ich glaube, dass wir noch immer eine Menge guter Stimmen haben. Aber ich befürchte, dass sich die Einstellung zur Oper und zur Kunst im Allgemeinen geändert hat. Ich frage mich zum Beispiel, warum so viele junge Sänger kein Legato mehr singen können – das ist eigentlich die Voraussetzung zum Singen. (…) Auf jeden Fall wird es schwerer, Sänger zu werden, denn meistens lernt man inzwischen, wie laute Töne abgesondert werden und das am besten nach dem Motto: einer nach dem anderen. Das ist natürlich keine Methode, um eine vernünftige Phrase zu artikulieren, geschweige denn, um ein guter Sänger zu werden. (…) Vielleicht sollte man sich mehr mit den alten Stimmen auseinandersetzen.“

Dem ist nichts hinzuzufügen. Es könnte auch das Motto dieses Meisterkurses sein!

Unterricht 1_2012In der Klassik hat seit einiger Zeit vermehrt eine Pop- Ästhetik Einzug gehalten, nicht nur auf CD- Covern, sondern auch in der Gesangsstilistik. Es wird Zeit, sich wieder mehr auf die klassischen Tugenden des Gesanges zurückzubesinnen. Singen erfordert die ständige Auseinandersetzung mit der Tradition, denn nur daraus kann die Kraft zur Förderung und Ausbildung einer neuen Sängergeneration gewonnen werden. Oft werden hoffnungsvolle SängerInnen zu schnell hochgepusht und, da sie technisch noch nicht ausgereift sind, innerhalb weniger Jahre „verheizt“. Es gilt, gegen diese Entwicklung anzugehen und wieder mehr auf Qualität und fundierte Ausbildung zu setzen. Uwe Heilmann möchte dazu beitragen, dass auch der deutsche Sängernachwuchs wieder erfolgreicher und längerfristig international konkurrenzfähig wird. In vielen internationalen Wettbewerben auf der Welt spielen deutsche SängerInnen keine Rolle, wie z.B. beim Wettbewerb „Neue Stimmen“.

Der Unterricht von Uwe Heilmann zeichnet sich durch Hingabe an die Musik, Unbedingtheit des künstlerischen Anspruches, Willen zur Perfektion, Liebe zum Detail und nicht zuletzt durch das Wissen und Vermitteln der richtigen Stimmtechnik aus. In der heutigen, schnelllebigen und zu oft auf oberflächlichen Glamour ausgerichteten Klassikszene sind diese Qualitäten rar geworden.

Nach dem erfolgreichen Gesangs- Meisterkurs beim Elisabeth Schwarzkopf-Festival 2008 in Miyakonojo (Japan) möchte Uwe Heilmann nun auch in Deutschland längerfristig ein Gesangsfestival im Kloster Bredelar etablieren, welches sicherlich ideale Voraussetzungen hierfür mitbringt.

Comments are closed.